Als Wechselmodell oder auch Paritätsmodell werden Regelungen zur Betreuung
gemeinsamer Kinder bezeichnet, wenn diese nach einer Trennung der Eltern in
beiden Haushalten zeitlich annähernd gleichwertig betreut werden. Hierzu hat
der Bundesgerichtshof am 01.02.2017 – XII ZB 601/15 – entschieden, dass das
Familiengericht auf Antrag eines Elternteils, das sogenannte paritätische
Wechselmodell als Umgangsregelung anordnen darf.

Gemäß § 1684 Abs. 1 BGB hat das Kind ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil und die Eltern sind zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt. Oberste Richtschnur hierfür ist das Kindeswohl, das das Gericht in jedem Einzelfall zu überprüfen hat.
Das Wechselmodell ist demnach anzuordnen, wenn die geteilte Betreuung durch
beide Eltern im Vergleich mit anderen Betreuungsmodellen im konkreten Fall
dem Kindeswohl am besten entspricht.

Eine weitere aktuelle Entscheidung des BGH vom 11.01.2017 – XII ZB 565/15 –
hat sich mit der Frage befasst, unter welchen Voraussetzungen die Eltern
Barunterhalt im Rahmen des Wechselmodells schulden. Grundsätzlich sind beide
Eltern barunterhaltsverpflichtet, wobei sich der Unterhaltsbedarf unter
Anrechnung des Kindergeldes nach dem beiderseitigen Einkommen bemisst.

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