Wir hatten bereits berichtet, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf gegen 11 Beschuldigte, die Beteiligungen an der Business Capital Investors Corp. (BCI) vertrieben haben, Anklage erhoben hat. Das Strafverfahren wurde am 23.10.2012 eröffnet und bis Weihnachten fanden wöchentlich 2-3 Verhandlungstermine vor dem Landgericht Düsseldorf statt.

Da die Kanzlei der Unterzeichnerin (Rechtsanwältin Nora Thiele, Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht) eine ganze Reihe der geschädigten Anleger der BCI vertritt, wurde Akteneinsicht in die Strafakte bei der verhandelnden Kammer des Landgerichts beantragt, um die aktuellsten Informationen und Beweise zu sichern. Das Landgericht Düsseldorf konnte bislang jedoch keine Akteneinsicht gewähren, weil verschiedene Rechtsanwälte der Beschuldigte gegen diese Akteneinsicht Einspruch erhoben haben. Das Gericht hat nunmehr zu entscheiden, ob dem Einspruch stattgegeben wird, oder den Geschädigten –wie sonst üblich- Akteneinsicht gewährt werden kann.

Auch in der Sache konnte das Gericht bislang keine Entscheidung treffen, da die Beschuldigten zu sämtlichen Vorwürfen schweigen. Damit steht der zuständigen Staatsanwaltschaft noch erhebliche Arbeit bevor.

Der zähe Verlauf des Strafverfahrens sollte die geschädigten Anleger jedoch nicht davon abhalten, ihre zivilrechtlichen Ansprüche gegen den Anlagevermittler (oder Anlageberater) und gegen die Verantwortlichen der BCI vor dem Zivilgericht geltend zu machen. Denn fest steht, dass die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Schweizer Strafbehörden nicht unerhebliche Geldmittel und Wertgegenstände sichergestellt haben. Die Schweizer Strafbehörden haben der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf zugesichert, dass das sichergestellte Geld nach Deutschland transferiert wird, wenn die Beschuldigten verurteilt wurden. Das Geld wird dann den geschädigten Anlegern für die Zwangsvollstreckung zur Verfügung stehen. Hier gilt der Grundsatz: „Wer zuerst kommt, malt zuerst!“, d.h. nur die Geschädigten, denen bereits ein Vollstreckungstitel (Urteil) vorliegt, können ein Zwangsvollstreckungsverfahren einleiten. Insoweit ist auch Eile dahingehend geboten, einen Titel gegen die ehemaligen Geschäftsführer und sonstigen Drahtzieher der BCI zu erwirken.

Inwieweit den geschädigten Anlegern Schadensersatz- ansprüche gegen ihren Anlagevermittler und gegen die Drahtzieher der BCI zustehen erfahren Sie hier.

Köln, 17.01.2012


Rechtsanwältin Nora Thiele

Fachanwältin für Bank- und Kapitalmarktrecht

p11 Rechtsanwälte

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