Schadensersatz bei Zinsswap

Worum handelt es sich?

Bei einem Swap (zu Deutsch: Tausch) handelt es sich um risikobehaftetes Tauschgeschäft, welches verschiedene Ausprägungen haben kann. Geläufig ist der sogenannte Zinsswap.

Der Anleger wettet darauf, dass der Zinssatz einer variablen Zinsvereinbarung steigt und sichert sich damit gegen höhere Zinszahlungen ab. Wenn dieser Zinssatz allerdings, wie insbesondere in den letzten Jahren, unter die vereinbarte Marke fällt, dann muss der Anleger die entsprechende Summe ausgleichen. Oft haben Banken ihren Kunden Swaps zur Zinsoptimierung bei einem oder mehreren Darlehen empfohlen.

Dies bescherte in der Vergangenheit aufgrund extrem niedriger Zinssätze vielen Anlegern, die ihr Darlehen mit variablem Zinssatz durch einen Swap mit Festzinsen abgesichert haben oder Optionen auf Zinsswaps erwarben, erhebliche Verluste. Möglicherweise können Sie Ihre Verluste durch einen Anspruch auf Schadensersatz ausgleichen!

Aufklärungspflicht & Schadensersatz bei Swaps

Haben Sie Fragen zum Thema Schadensersatz bei Swaps?

Haben Sie Fragen zum Thema Schadensersatz bei Swaps? Rufen Sie uns an unter 0221 – 82 00 528- 0.

Bereits im März 2011 stellte der BGH (XI ZR 33/10) fest, dass die Banken eine Aufklärungspflicht bzgl. des negativen Marktwerts trifft.

Dieser anfängliche negative Marktwert eines Swaps ist lediglich das Spiegelbild der Bruttomarge der Bank und spiegelt somit nicht den Erfolg oder Misserfolg des Geschäfts wider Jedoch muss die beratende Bank den Anleger genau darüber aufklären.

Diese Pflicht zur Aufklärung trifft die Bank laut BGH (XI ZR 425/14) nur dann nicht, wenn es sich beim Zinssatz-Swap um ein verbundenes Geschäft mit einem Darlehen als Grundgeschäft handelt.

Dies ist zwar regelmäßig nicht der Fall, wir stehen Ihnen jedoch gerne beratend zur Seite, ob es sich um ein konnex verknüpftes Geschäft handelt.

Sollte in Ihrem konkreten Fall eine solche Pflichtverletzung vorliegen, ist davon auszugehen, dass Ihnen Schadensersatzansprüche gegen die Bank zustehen.

Verjährung beachten!

Was die Verjährung Ihrer Ansprüche betrifft muss man differenzieren:

  1. Bei Swapgeschäften, die im Zeitraum zwischen dem 01.04.1998 und dem 04.08.2009 zustande gekommen sind, gilt noch die mittlerweile abgeschaffte Verjährung nach § 37a WpHG a.F.. Diese besagt, dass Ansprüche kenntnisunabhängig in drei Jahren nach Anspruchsentstehung verjähren. Dieser Zeitpunkt ist der Abschluss des konkreten Zinsswap-Geschäfts. Denn im Grunde ist Ihnen bereits in diesem Zeitpunkt ein Schaden durch die fehlerhafte Beratung entstanden. Geschäfte, die innerhalb des o.g. Zeitraums abgeschlossen wurden, sind demnach also grundsätzlich verjährt. Dies ist nur dann nicht der Fall, wenn die beratende Bank vorsätzlich falsch beraten hat. Auch wenn keine vorsätzliche Falschberatung vorliegt, kann die Verjährung noch nicht eingetreten sein. Dann nämlich, wenn Sie mit der Bank einen Rahmenvertrag abgeschlossen haben, der mehrere zeitlich nacheinander geschlossene Swaps vorsieht. In solchen Fällen ist der erhebliche Zeitpunkt der an dem der letzte Swap durchgeführt wird.
  1. Bei Geschäften, die nach dem 04.08.2009 zustande kamen gilt zwar ebenfalls eine dreijährige Verjährungsfrist, diese jedoch erst mit Kenntniserlangung. Wenn Sie keinerlei Kenntnis von den Umständen erlangt haben, die einen solchen Schadensersatzanspruch begründen, so verfristet dieser 10 Jahre nach Vertragsschluss.

Ob in Ihrem konkreten Fall eine solche Falschberatung vorliegt und ob Ihre Ansprüche gegen die beratende Bank verjährt sind ist jedoch eine Frage, die im konkreten Einzelfall durch einen Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht überprüft werden sollte.

Gerne stehen wir Ihnen beratend zur Seite und werden für Sie tätig.

Auch bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung – rufen Sie uns an unter 0221 – 82 00 528- 0 oder schreiben Sie eine Mail an thiele@p11-ra.de.

Ihre Ansprechpartnerin
für Bank- / Kapitalmarktrecht und Arbeitsrecht:

Nora Thiele Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bankrecht und Kapitalmarktrecht KölnRA Nora Thiele
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